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150. Geburtstag von Henry Ford wird weltweit gefeiert

Heute vor 150. Jahren erblickte Henry Ford das Licht der Welt, dessen innovative Ideen die Mobilität der Menschen und das Transportwesen revolutioniert haben. Der Mann, der als wohl größter Innovator der Industriegeschichte gilt, wurde als Sohn eines Farmers geboren. Schon in frühester Jugend folgte er allein seiner Leidenschaft für Mechanik und Motoren – und baute darauf ein Weltunternehmen auf. Durch die Einführung der Fließbandfertigung ebnete er den Weg zur industriellen Massenproduktion und zu erschwinglichen Automobilen für jedermann.

Vom 2. bis 4. August wird Ford in Deutschland im Zuge der Classic Days auf Schloss Dyck feierlich an den Firmengründer erinnert. Das Klassikertreffen zählt seit acht Jahren zu den Höhepunkten des Oldtimer-Kalenderjahres in Deutschland und sorgt mit dem Programm aus Concours d'Elegance, Demo-Fahrten und den zahllosen historischen Pretiosen vor gediegenem Schloss-Ambiente für eine familiäre Atmosphäre. Ford wird vor Ort mit historischen Fahrzeugen vertreten sein, darunter ein Nachbau des allerersten Ford überhaupt – dem „Quadricycle“ aus dem Jahre 1896. Darüber hinaus präsentiert die deutsche Classic Cars-Abteilung von Ford am ersten August-Wochenende auf Schloss Dyck ein Kaleidoskop unvergesslicher Modelle aus den vergangenen acht Jahrzehnten, vom beschriebenen Quadricycle über das legendäre Ford T-Modell bis hin zum Ford RS 200 Mittelmotorsportwagen. Als zusätzliche Attraktion gibt es Demonstrationsfahrten mit historischen Rennfahrzeugen von Ford, unter anderem mit dem gut 450 PS starken Ford Capri aus dem Jahre 1974.

Gefeiert wird selbstverständlich auch im Hauptquartier der Ford Motor Company in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan, der den heutigen Tag offiziell zum „Henry Ford Tag“ erklärte. In Washington (DC) werden hunderte Menschen in der Innenstadt und auf dem Capitol Hill an Henry Ford gedenken, ein spezieller Food-Truck verteilt Leckereien an Passanten und Feiernde.

„Was mein Urgroßvater gegründet hat, war vor allem eine Tradition der Innovation. Sein Engagement für eine starke Wirtschaft, tolle Produkte und eine bessere Welt wirkt bis heute nach“, sagte Ford Executive Chairman Bill Ford. „Wir machen hochmoderne Technologie für Millionen von Menschen erschwinglich, wir schaffen Mehrwert für unsere Kunden wollen und schaffen Wachstum. Unser Ziel heißt nach wie vor: Mobilität für die Welt.“

Für Henry Ford bestand Mobilität nicht nur aus Autos, sie stellte vielmehr einen völlig neuen Lebensstil dar. Noch unter seiner Führung war das Unternehmen bereits in mehr als 30 Ländern rund um den Globus vertreten – darunter große Teile Europas sowie damals exotische Destinationen wie Indonesien, China, Brasilien und Ägypten. Passenderweise wird der Geburtstag des Firmengründers in diesem Jahr auf der ganzen Welt gefeiert. Hier ein Blick auf einige der Veranstaltungen:

  • Unter dem Motto „Zeitreise vom Gestern ins Heute“ organisierte Ford Deutschland eine mehrtägige Mitarbeiter Staffelfahrt von Köln nach Aachen mit klassischen und aktuellen Modellen von Ford
  • Händler in 21 asiatischen Märkten erklärten den Monat Juli zum „Ford Heritage“- Monat und starteten Henry Ford-Ausstellungen in ihren Schauräumen
  • Mehr als 4.000 Menschen nahmen bei Ford in Rumänien an Community-Events teil
  • In Großbritannien wurde die restaurierte Statue von Henry Ford bei der Firma UK Tech Center enthüllt

Autos für Jedermann – gebaut in revolutionär neuen Werken

Henry Ford verstand nicht nur viel von Autos. Er verstand auch als Erster, dass sie das Po-tenzial hatten, die Gesellschaft zu verändern. Bis dahin galten Automobile als Luxusgüter. Ford aber erkannte, dass sie – eine kostengünstige Fertigung vorausgesetzt – auch für die breite Masse erschwinglich sein könnten. Und dass die breite Masse sie liebend gerne kaufen würde. Folgerichtig suchte er nach effizienten Fertigungsmethoden, um mehr Autos zu einem niedrigeren Preis anbieten zu können.

Das Ergebnis dieser Suche ist weltbekannt: 1914 führte er im Werk Highland Park das Fließ-band ein. Das damit einhergehende Prinzip, den gesamten Produktionsprozess in einzelne Arbeitsschritte zu zerlegen, ist bis heute als Fordismus bekannt. Die Fließbandtechnik erlaubte eine enorme Produktionssteigerung beim bestens eingeführten Modell T. Bereits 1918 war jeder zweite Wagen in Amerika eine „Tin Lizzy“. Bis 1927 wurden so mehr als 15 Millionen Exemplare dieses Jahrhundertautos gebaut – ein Rekord, der die nächsten 45 Jahre Bestand haben sollte.

Mit dem berühmten Werk „The Rouge“ näherte sich Ford ab 1917 seiner Vision einer integrierten Fabrik, die alle Fertigungsschritte vom Rohstoff bis zur Endmontage unter einem Dach vereint. Und tatsächlich wurde auf dem fast vier Quadratkilometer großen Gelände mit eigenem Kraftwerk und 160 Kilometer Schienensträngen das Erz bis zum geformten Stahl-blech, der Rohkautschuk bis zum montierten Reifen umgeformt.

Während seine Fertigungsmethoden die gesamte Industrie in die Moderne führten, sollte eine andere Erkenntnis praktisch die gesamte Gesellschaftsordnung verändern: Henry Ford vertrat die Meinung, dass die Massenproduktion mehr Arbeitsplätze schaffen würde und dass die Beschäftigten genügend Geld verdienen müssten, um sich die kostengünstig hergestellten Autos leisten zu können. So führte er im Januar 1914 den 5-Dollar-Arbeitstag ein und beteiligte seine Arbeiter überdies an den Gewinnen des Unternehmens. Gleichzeitig verkürzte Ford die tägliche Arbeitszeit auf acht Stunden. Für die meisten Beschäftigten bedeutete dies zumindest eine Verdoppelung ihres Einkommens. Erstmals in der Geschichte der Industrialisierung konnten es Fabrikarbeiter zu bescheidenem Wohlstand bringen.

Die visionäre Rechnung ging auf: Ford stärkte massiv die Kaufkraft der Arbeiterschaft – und die gönnte sich mit Freuden das bereits für 575 US-Dollar erhältlich T-Modell. Die gestiegene Freizeit der Arbeiter heizte die Nachfrage nach Konsumgütern zusätzlich an. Historiker sind sich einig: Henry Ford legte die Grundlagen der modernen Konsumgesellschaft. Und viele von ihnen glauben, dass die Entstehung einer Mittelschicht in den USA erst durch Fords Lohnpolitik ermöglicht wurde.

Die großzügige Entlohnung seiner Arbeiter entsprang zwar vorwiegend Henry Fords wirtschaftlichem Kalkül. Gleichzeitig prägte jedoch auch sein persönliches Motto „Hilf deinen Mitmenschen“ seinen Führungsstil. Dabei glaubte er nicht an Almosen, sondern an Hilfe zur Selbsthilfe. Und er erkannte, dass Großzügigkeit durch Arbeitsmotivation und letztlich bessere Produkte belohnt würde. Zudem wies er seine Personalabteilung an, Job-Möglichkeiten für körperlich und geistig Behinderte zu schaffen und stellte sogar entlassene Strafgefangene ein. In Highland Park baute Ford zudem eine eigene Sprachschule für die zahllosen Einwanderer aus Europa auf, die eine der begehrten Stellen bei Ford ergattert hatten.

Innovationskraft für die Zukunft

Henry Fords Geist der Innovation machte das Unternehmen Ford auf allen Kontinenten zu dem, was sie heute ist. Dafür stehen vielfältige Fahrzeug-Baureihen wie etwa der Ford Mustang oder der Ford Fusion mit Hybrid-Antrieb. Für Fortschritt stehen außerdem modernste Technologien wie das sprachgesteuerte Multimediasystem SYNC oder die sparsamen EcoBoost-Motoren.

Henry Ford starb am 7. April 1947 im Alter von 83 Jahren. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod erklärte ihn das Forbes Magazine im Jahre 1999 zum „Unternehmer des Jahrhunderts“, und im Jahre 2012 wurde Henry Ford auf dem History Channel ein Teil der Dokumentarfilmreihe mit dem Titel „The Men Who Built America“ gewidmet.

„Mein Urgroßvater hatte eine Vision, er wollte Autos für alle Menschen erschwinglich machen und das Leben der durchschnittlichen Familien verbessern“, sagte Bill Ford. „Seine Vision von preiswerten, zuverlässigen und effizienten Autos treibt uns bis zum heutigen Tage an“.

30.07.2013 / Ford

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