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Ford entwickelt Stau-Assistenten und nächste Generation des Einpark-Assistenten für bessere Mobilität der Zukunft

Künftiger Stau-Assistent verknüpft bekannte Fahrzeug-Technologien wie elektrische Servolenkung, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und Fahrspurhalte-Assistent. Die nächste Entwicklungsstufe des Einpark-Assistenten ermöglicht auch das Einparken des Fahrzeugs in Parklücken, die quer zur Fahrtrichtung liegen.

Die Ford Motor Company entwickelt die nächste Generation intelligenter Fahrer-Assistenzsysteme. Sie sollen Lösungen bieten für die wachsenden Herausforderungen durch den immer größeren Bedarf an individueller Mobilität und die stetig zunehmende Weltbevölkerung. Zwei entsprechende Technologie-Innovationen, die den Autofahrer im dichten Straßenverkehr künftig entlasten und das Autofahren insgesamt effizienter gestalten können, stellte das Unternehmen jetzt vor: zum einen den Stau-Assistenten („Traffic Jam Assist“) und zum anderen die nächste Generation des Einpark-Assistenten, die das Auto auch in quer zur Fahrtrichtung liegende Parklücken dirigiert. „Mit diesen Systemen legen wir einen Schritt in Richtung auf eine immer vernetztere Verkehrs-Infrastruktur zurück. Sie werden in Zukunft Zeit sparen, Energie-Ressourcen schonen, Emissionen vermeiden und die Sicherheit verbessern“, so Paul Mascarenas, als Vizepräsident der Ford Motor Company verantwortlich für Forschung und Entwicklung.

Der Stau-Assistent (Traffic Jam Assist)

In manchen Regionen der Welt haben Autofahrer mehr als 30 Prozent ihrer Lenkzeit mit zäh fließenden Verkehr zu kämpfen oder stehen sogar im Stau. Der Stau-Assistent von Ford, der möglicherweise bereits ab 2017 zum Einsatz kommen könnte, ist ein innovatives System, das via Radar- und Kamera-Technologie das Mitschwimmen des Autos im dichten Verkehr ermöglichen und die Stressbelastung des Fahrers reduzieren soll. Außerdem ließe sich auf diese Weise der Verkehrsfluss optimieren. Joseph Urhahne, Ingenieur von Ford in der Forschung und Vorausentwicklung: „Unser Stau-Assistent entlastet den Fahrer, da sich das eigene Auto selbstständig der Geschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeugs anpasst. Dies könnte sogar dazu führen, dass sich das Stauaufkommen spürbar reduziert“.

Simulationen haben ergeben: Sind nur 25 Prozent aller Fahrzeuge bei zäh fließendem Verkehr in der Lage, dem voausfahrenden Auto automatisch zu folgen, verkürzt dies die Reisezeit um 37,5 Prozent und verringert die Entstehung von Verzögerungen um ein Fünftel. In einem Umfeld, das nicht von Fußgängern, Radfahrern oder Tieren beeinträchtigt wird, bietet der künftige Stau-Assistent von Ford genau diese Option. Er nutzt dabei viele jener Technologien, die bereits heute in Modellen wie dem Ford Focus, dem Ford C-MAX und dem Ford Grand C-MAX verfügbar sind – so zum Beispiel die elektrische EPAS-Servolenkung oder den Fahrspurhalte-Assistenten, der über eine hochmoderne Frontkamera das unbeabsichtigte Verlassen der eigenen Fahrbahn erkennt und durch unmerklichen Lenkeinfluss entgegenwirkt. Hinzu kommt beispielsweise die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage ACC (Adaptive Cruise Control), die den Abstand zum Vordermann konstant hält. Der künftige Stau-Assistent kann sich auf verändernde Verkehrsbedingungen einstellen und macht seinen Fahrer gegebenenfalls auf die neue Situation aufmerksam. Der Fahrer behält natürlich die finale Entscheidung: Er kann die Funktionen des Stau-Assistenten zu jedem Zeitpunkt überstimmen.

Der Quer-Einpark-Assistent

Der Einpark-Assistent von Ford der aktuellen Generation kann das Auto in geeignete Parkbuchten manövrieren, die längs zur Fahrtrichtung liegen. Diese Fähigkeit soll mit der nächsten Entwicklungsstufe um das Einfädeln in solche Parklücken ergänzt werden, die sich quer zur Fahrbahn befinden. Das künftige System baut dabei auf der Infrastruktur des bereits erhältlichen Einpark-Assistenten auf und nutzt Ultraschallsensoren, um geeignete Parkflächen zu identifizieren. Dabei misst es künftig auch die Tiefe der Parklücke, während es heute vor allem auf die Länge ankommt. Anschließend übernimmt der Bordrechner mittels der elektrischen EPAS-Servolenkung die notwendige Lenkarbeit, um das Auto sauber einzuparken. Der Fahrer muss lediglich per Kupplung und Gaspedal für die Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung des Fahrzeugs sorgen. Im Weg stehende Hindernisse werden dabei von den Sensoren des Park-Pilot-Systems erkannt. Ist das Auto nach dem ersten Versuch noch nicht ordentlich ausgerichtet, könnte der elektronische Assistent den Fahrer um ein zusätzliches Vor- und Zurücksetzen bitten. Ist der Einparkvorgang abgeschlossen, ertönt ein Signal.

„Unser Ziel ist es, das Einparken nicht nur so schnell, sondern auch so akkurat, effizient und mühelos wie möglich zu gestalten“, erläutert Thomas Lukaszewicz, Leiter Forschung und Vorausentwicklung Ford Europa. „Alle Technologien, die wir für die Weiterentwicklung des Einpark-Assistenten auch für quer zur Fahrbahn liegende Parklücken benötigen, stehen bereits zur Verfügung. Mit seiner Schnelligkeit und seiner Präzision bietet das System unseren Kunden und auch anderen Verkehrsteilnehmern eine große Entlastung – denn perfekt eingeparkte Fahrzeuge verbrauchen weniger Stellfläche und verbessern so die Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Verkehrsraums“.

Zum Hintergrund: Bill Ford’s „Blaupause für Mobilität“

Bill Ford, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ford Motor Company, hatte Ende Februar 2012 auf dem „Mobile World Congress“ in Barcelona/Spanien unter dem Titel „Blaupause für Mobilität“ („Blueprint for Mobility“) seine Visionen von der Zukunft des Unternehmens sowie von der Mobilität im Jahr 2025 und darüber hinaus skizziert. Bill Ford bezog sich in diesem Zusammenhang auf die Prognose, dass sich der globale Fahrzeugbestand bis zur Mitte des Jahrhunderts von einer auf dann vier Milliarden vervierfachen wird. Eine seiner Kernthesen lautete: Angesichts der zunehmenden Verstädterung der Weltbevölkerung und der damit zusammenhängenden weiter wachsenden Verkehrsbelastung liegt die Zukunft des Individualverkehrs in der gegenseitigen elektronischen Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer.

Bill Ford sagte in Barcelona wörtlich: „Um künftig Staus zu vermeiden und Unfälle zu verhindern, können wir immer stärker von Autos profitieren, die mit ihren zahlreichen Sensoren Daten und Informationen sammeln. Ich bin mir sicher, dass viele dieser Möglichkeiten schon in absehbarer Zeit unseren Alltag einfacher und sicherer machen, denn sie werden bereits heute entwickelt und in vielen Fällen auch schon getestet“.

Die Ford Motor Company intensiviert mit dieser „Blaupause für Mobilität“ die Suche nach Lösungen für die Verkehrsprobleme von morgen, die sich in aufstrebenden Märkten dieser Welt bereits heute abzeichnen. Beispiel Sao Paulo: In der brasilianischen Millionen-Metropole erreichen Staus im täglichen Berufsverkehr oft eine Länge von 160 Kilometern und mehr, der Weg zur Arbeit kostet viele Autofahrer zwei bis drei Stunden. Dennoch wächst der brasilianische Automobilmarkt alljährlich um gut 7,5 Prozent. Beispiel China: In der Volksrepublik ging 2010 ein Verkehrsstau in die Geschichte ein, der geschlagene elf Tage andauerte. Diese Probleme beschränken sich keinesfalls nur auf Schwellenländer. Beispiel England: Hochrechnungen beziffern den Verlust, den Verkehrsstaus der Wirtschaft schon bald bescheren, auf gut 26 Milliarden Euro jährlich.

29.06.2012 / Ford

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