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Kein Flachs: Ford verwendet in seinen Fahrzeugen über 160 Bauteile aus Natur-Materialien

Ford hat im vergangenen Jahr in seinen europäischen Modellen 26.800 Tonnen an erneuerbaren, das heißt nachwachsenden, Materialien verwendet - vor allem Produkte aus Baumwolle, Flachs, Hanf, Holz und Jute.

So sind die Tür-Innenverkleidungen des Ford Mondeo aus mit Kenaf-Fasern verstärktem Polypropylen (PP). Die Hutablage des Ford Mondeo besteht aus PP und Holzfasern. Die Türeinsätze des Ford Focus werden zu über einem Drittel mit Flachsfasern verstärkt. Rezyklierte Baumwolle wird in fast allen Ford-Fahrzeugen zur Isolierung verwendet. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr in den europäischen Ford-Modellen in über 160 Bauteilen nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz. Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe ist ein wichtiger Aspekt der Ford-Umweltstrategie. Für jede neue Modell-Linie werden den Entwicklern Quoten vorgegeben, um den Anteil der Natur-Materialien kontinuierlich zu erhöhen. Strenge interne Vorgaben stellen sicher: Auch solche Bauteile, die nachwachsende Rohstoffe enthalten, beeinträchtigen weder die Sicherheit noch die Qualität der Fahrzeuge. Besonders wichtig ist, ob die Verwendung von Natur-Materialien ökologische Vorteile hat. Dies ist zum Beispiel meistens dann der Fall, wenn durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe das Gewicht des Bauteils verringert werden kann. Gleichzeitig müssen für Innenraumteile strenge Geruchsstandards eingehalten werden. Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe hat eine lange Tradition bei Ford. Bereits in Henry Ford’s legendärem Modell T kam 1915 Leim auf Weizenbasis zum Einsatz. 1940 stellte Ford einen Kofferraumdeckel aus Sojabohnen-Plaste her. 1941 präsentierte Ford das erste, noch handgefertigte „Bio“-Fahrzeug. Außer einer Karosserie aus Sojabohnen-Plaste fanden auch andere nachwachsende Rohstoffe wie Weizen, Hanf, Flachs und Kork Verwendung. Während des zweiten Weltkriegs musste Henry Ford allerdings seinen Traum aufgeben, ein Auto auf Bio-Basis industriell - das heißt: in Großserie - herzustellen. Ihre Renaissance als Material für die Automobilproduktion erlebten nachwachsende Rohstoffe erst zu Beginn der 1990er Jahre, nun vor allem verwendet in Verbundwerkstoffen aus Kunststoff (Polymere), die mit Naturfasern verstärkt werden und das Gewicht der Komponenten und Systeme verringern. Außerdem ist die Produktion der Natur-Materialien weitgehend CO2-neutral und zudem weniger energieaufwendig als beispielsweise die Herstellung von reinen Kunststoff-Materialien. Hinzu kommt: Bauteile aus nachwachsenden Rohstoffen sind oft leichter als konventionell verstärkte Bauteile und führen damit indirekt zu verringertem Kraftstoffverbrauch. Was nicht zuletzt auch in Bezug auf nachwachsende Rohstoffe alles machbar ist, hat Ford mit der Studie „Model U“ gezeigt, die Anfang 2003 präsentiert wurde. Das „Model U“, ein besonders innovatives und umweltfreundliches Hybridfahrzeug, besteht aus Materialien, die entweder aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt oder komplett rezyklierbar sind. Mais bildet die Basis für Reifen und Faltdach; für die Sitze sowie die Heckklappe wurden Füllstoffe aus Soja verwendet, den Motor schmiert Sonnenblumenöl. Wesentliche Komponenten bestehen aus Polyactiden, einem aus Mais gewonnenen Biopolymer, oder sind aus Bio-Polyester geformt und können auch nach jahrelangem Dauereinsatz ohne Qualitätsverlust wieder zu Neumaterial aufbereitet werden – beispielsweise zu Armaturenträgern und neuen Verkleidungen für die gegenläufig öffnenden Portaltüren des „Model U“.

16.09.2003 / Ford

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