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Ford rüstet Diesel mit Rußfilter aus

Als erster deutscher Hersteller wollen die Ford-Werke in Köln ihre Dieselfahrzeuge mit Rußfiltern ausrüsten. Vorreiter bei dieser Technologie ist bisher Peugeot-Citroen-Konzern aus Frankreich.

Die Fahrzeuge von Ford mit entsprechendem Filter sollen in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen. Die Initiative "Kein Diesel ohne Filter" hat die Ankündigung begrüßt. Der Zusammenschluss von Umwelt-, Verbraucher-, Verkehrs- und Gesundheitsverbänden kritisierte am Donnerstag gleichzeitig in scharfer Form die "Blockadefront" der übrigen deutschen Automobilindustrie. Die Innovationsfähigkeit der Hersteller gehe in die falsche Richtung, wenn sie stattdessen Autos konstruiere, die die Geschwindigkeitsgrenze von 400 Stundenkilometern durchbrechen, erklärte die Initiative. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. Ingenieuren sei es gelungen, innerhalb von zehn Jahren die spezifische Emission von Dieselpartikeln um 93 Prozent zu senken, hieß es. Die derzeit gültigen Grenzwerte werden von allen deutschen Herstellern eingehalten. 56 Prozent aller neu zugelassenen deutschen Pkw mit Ottomotor erfüllten die anspruchsvolle Emissionsnorm Euro IV, die erst ab 2005 gesetzlich vorgeschrieben sei. "Bei der Filtertechnologie arbeiten die deutschen Hersteller an Lösungen, die dem Ziel der Senkung des Kraftstoffverbrauchs nicht entgegen stehen", erklärte der VDA. Die Umweltinitiative lobte indes die französischen Hersteller Peugeot und Citroën, die bereits vor drei Jahren rußgefilterte Dieselfahrzeuge eingeführt und seitdem 400.000 Stück verkauft haben. Volkswagen, Audi, BMW, DaimlerChrysler und Opel warf sie eine Verweigerungshaltung vor, "ohne wirksame Alternativen vorzuschlagen". Die Ausstattung aller Neufahrzeuge mit Dieselrußfilterung und die Entwicklung von Nachrüstfiltern für Altfahrzeuge habe der VDA in einem Brief als "völlig unrealistisch" abgelehnt. Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) nannte diese Haltung die aggressive Abwehr eines legitimen Verbraucherverlangens. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die deutsche Automobilindustrie bis zum letzten Moment - bis zur Einführung der Grenzwertnorm Euro IV 2005 - Dreckschleudern auf den Markt bringen wolle. Stefan Bundscherer vom Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sprach von einer massiven Form der Körperverletzung. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) verursachen urbane Partikelemissionen etwa fünf Prozent aller Krebserkrankungen der oberen Atemwege und der Lunge. Besonders Kinder seien wegen ihrer geringeren Immunabwehr gefährdet, sagte Bundscherer. Die Vereine beklagten auch, dass die Industrie Filter überhaupt erst für Fahrzeuge oberhalb der Golf-Klasse anbieten wolle. Dadurch würden Autokäufer, die sich für umweltfreundliche Modelle interessierten, genötigt, größere Wagen zu kaufen, als sie eigentlich wollten, sagte Axel Friedrich vom Berliner Umweltbundesamt. Technisch sei der Unterschied ohnehin nicht nachvollziehbar. Die Rußemissionen kleinerer und größerer Fahrzeuge seien gleich. Friedrich sprach sich dafür aus, dass die Autohersteller die Rußfilter wenigstens als Option anbieten, bevor sie serienreif würden. Peugeot und Citroën, die sechs Dieselmodelle mit Rußfiltern auf den Markt gebracht haben, kündigten für die zweite Jahreshälfte partikelgefilterte Fahrzeuge an, die zudem die Euro-IV-Grenzwerte einhalten. Dies gab der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, an.

06.02.2003 / rpo

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